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Ohren 

HNO-Heilkunde für den Hausgebrauch

In jedem Organ treten Erkrankungen durch spezifische Funktionsstörungen auf und es können Schmerzen auftreten. Sichtbare Veränderungen sind Blutungen, Schwellungen, Rötungen, ein Ausfluss oder eine lokale Temperaturveränderung.

 Ohrenschmalz (Cerumen)

Der Gehörgang ist ein Teil des Körpers, welcher sehr oft gereinigt und maltretiert wird. Eine eigentliche Ohrreinigung ist nicht nötig, da sich das Ohr durch die Erneuerung der Haut selbst reinigt. Instrumente wie Wattestäbchen sind nicht notwendig, da der Ohrenschmalz einfach aussen abgeputzt werden kann. Veränderungen wie Narben und Gehörgangsekzeme können dazu führen, dass der Ohrenschmalz nicht von alleine heraustransportiert wird und eine Ohrreinigung durchgeführt werden muss. Allerdings ist dies kaum bei mehr als 5-10% der Menschen der Fall. Es sollte keine Reinigung mittels Ohrkerzen erfolgen. Ohrkerzen entfernen zwar einen Teil des Ohrenschmalzes, der Verbleib jedoch wird sehr hart und krustig und erschwert insbesondere dem Hals-Nasen-Ohrenarzt die Beurteilung eines Ohres sehr. Ein akuter Verschluss eines Gehörganges durch einen Ohrenschmalzpfropf erfolgt oft nach dem Duschen, Baden oder Schwitzen und ist typischerweise dadurch gekennzeichnet, dass sich das Ohr nach einigen Stunden oder Tagen wieder öffnet. Der feuchte Ohrenschmalz kann jedoch zum nächsten wichtigen Symptom, zum Ohrschmerz führen. Man unterscheidet zwei Arten von Ohrschmerzen. Die Ohrschmerzen des Gehörgangs und die Ohrschmerzen des Mittelohres.

 Gehörgangsentzündung

Bei Gehörgangsentzündungen treten die Schmerzen im äusseren Teil des Ohres. Meist ist das Hörvermögen zu Beginn noch unverändert. Die Ohrschmerzen verstärken sich beim Zug an der Ohrmuschel und auf Druck im Bereich des Ohreingangs. Mit der Zeit kann die Ohrhaut massiv anschwellen, infolge dann zunehmend eine Gehörbeeinträchtigung eintritt. Eine Behandlung kann mit Ohrtropfen erfolgen. Solche Tropfen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Da bei einer Gehörgangsentzündung intensive Schmerzen entstehen können, sind manchmal auch Schmerzmittel empfehlenswert. Tritt keine Besserung auf, sollte der Arzt konsultiert werden. Die ärztliche Behandlung beinhaltet die Gehörgangsreinigung und die Einlage von Mèchen und Zäpfchen mit stärkeren Ohrentropfen.


 Mittelohrentzündung (Otitis media)

Die Mittelohrentzündungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie oft im Anschluss an einen Schnupfen auftreten. Das äussere Ohr ist nicht beeinträchtigt, ebenso verstärken sich die Schmerzen beim Zug oder Druck am Ohr nicht. Immer findet sich jedoch eine Beeinträchtigung des Hörvermögens. Eine Mittelohrentzündung muss nicht immer Schmerzen bereiten, sie kann auch durch einen spontanen, eitrigen oder wässrigen Ohrfluss zum Vorschein treten. Bei der Behandlung sind Ohrentropfen zu vermeiden, da diese durch die Entzündungshemmung im Bereich des Trommelfells zu einer Verschleierung des Ohrbefundes führen können. Insbesondere in der Nacht sind Nasentropfen zur Eröffnung der Eustachischen Röhre sowie Schmerzmitteleinnahme angezeigt. Sollten sich die Symptome innerhalb von 12-24 Stunden nicht verbessern, muss der Arzt aufgesucht werden, welcher medikamentös die Mittelohrentzündung behandeln kann. Da eine antibiotische Therapie ist nicht in jedem Fall nötig ist, muss eine Beurteilung durch den Arzt erfolgen. Auch wegen der möglichen Komplikationen muss eine Behandlung erfolgen.



 Hörabklärung im Säuglingsalter

Gemäss Statistiken wird eine Schwerhörigkeit zur Zeit erst durchschnittlich im Alter von 3 bis 4 Jahren erfasst, wobei hochgradige Schwerhörigkeiten etwa im Alter von 2 Jahren sowie leicht- bis mittelgradige im Alter von 3 bis 4 Jahren diagnostiziert werden. Die Kinder werden erst entdeckt, wenn sie nicht adäquat auf äussere Reize reagieren, resp. nicht sprechen lernen. Mit intensiver Schulung sowie Hörgeräteanpassung kann dieses Problem über Jahre teilweise korrigiert werden.
Seit ca. 10 Jahren steht nun eine objektive (ohne Mitarbeit des Patienten funktionierende) Methode zur Verfügung, die es erlaubt, schon bei Säuglingen ab dem 2. Lebenstag, die Funktion des Innenohres zu prüfen. Diese Methode, welche otoakustische Emissionen genannt wird, misst die leisen Töne, welche bei der Umwandlung von Geräuschen in elektrische Reize im Innenohr entstehen. Sind diese Emissionen vorhanden, kann mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem normalen Hörvermögen gerechnet werden. Diverse Risiken während der Schwangerschaft und bei der Geburt können einen Hörschaden verursachen. Prüft man jedoch nur bei den Risikokindern das Gehör, können nur 50% aller Schwerhörigen erfasst werden. Deshalb wird von der Schweizerischen Hals-Nasen-Ohrengesellschaft sowie von der Schweizerischen Pädiatrischen Gesellschaft die Messung der Innenohrfunktion bei allen Neugeborenen angestrebt, so dass, wenn nötig, schon im Alter von 6 Monaten mit der Behandlung begonnen werden kann.
Der geeignete Zeitpunkt für das Gehörscreening ist unmittelbar nach der Geburt, da sich die Kinder und die Mütter noch im Spital aufhalten. Ca. 98% der Kinder können somit erfasst und positiv getestet werden. Ist der jetzige Screening-Test negativ, sollten weitere Untersuchungen beim Spezialisten erfolgen.
Die Untersuchung ist für die Kinder schmerzlos und dauert 1 bis 3 Minuten. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass das Kind schläft und sich nicht bewegt, damit keine störenden Geräusche entstehen.


 

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